Managed Red Tenant
Where Architecture Draws the Line
So fängt es fast immer an
Dienstagnachmittag, 16:40 Uhr. Im linken Tab ist das Admin Center offen, die Global-Admin-Rolle seit zwölf Minuten aktiv, weil eine Conditional-Access-Richtlinie hakte. Im rechten Tab landet eine Rechnung von einem Lieferanten, dessen Namen der Admin kennt. Er klickt, das PDF ist ein Programm, und der Angreifer sitzt jetzt auf demselben Gerät wie die mächtigste Rolle im Unternehmen. Er hat dafür keine Sicherheitslücke gebraucht und kein besonderes Talent, nur ein Gerät, das zwei Welten gleichzeitig bedient.
Wir kennen diese Szene aus fast jedem Incident-Response-Einsatz, im Mittelstand wie im Konzern, und sie hat uns eines gelehrt: Noch ein Alarm hilft nicht, wenn der Angreifer schon neben dem Admin sitzt. Was hilft, ist eine Grenze, die vor der Erkennung steht und die ein Klick nicht überwinden kann.
braucht ein Angreifer im Schnitt vom ersten Zugriff bis zum nächsten System. Der Rekord liegt bei 27 Sekunden.
der Angriffe kommen ohne Schadsoftware aus. Der Angreifer meldet sich an wie ein Kollege, mit gültigen Zugangsdaten.
aller bestätigten Datenpannen endeten mit Ransomware.
Geräte hat ein einziges gekapertes Admin-Konto bei Stryker in drei Stunden gelöscht. Ein Konto, drei Stunden.
Managed Red Tenant in drei Teilen
Drei Folgen, keine zwei Minuten lang, in denen Jan Geisbauer und Thomas Naunheim erklären, warum getrennte Admin-Konten allein nicht reichen, warum eine PAW ohne eigenen Tenant nur die halbe Miete ist und wie der Red Tenant beides zu einer Architektur verbindet, die den Alltag übersteht.
697 dokumentierte Wege. Der Angreifer braucht einen.
MITRE ATT&CK listet 222 Techniken und 475 Sub-Techniken, mit denen Angreifer Rechte ausweiten und sich durch eine Umgebung arbeiten. Das klingt nach Vielfalt, ist aber Routine: erst der Klick, dann der Fuß in der Tür, dann mehr Rechte, dann das nächste System. Der Managed Red Tenant durchtrennt diese Kette an der einen Stelle, an der sie gefährlich wird, an der Grenze zum Tier-0-Admin.
Kill-Chain-Stufen nach MITRE ATT&CK Enterprise. Darstellung glueckkanja.
Was ihr davon habt
Ein Red Tenant ist kein weiteres Produkt, das euer Team betreiben muss. Er ist eine Entscheidung über Architektur, und sie verändert vier Dinge auf einmal.
Ein Signal,
kein Rauschen
Jeder legitime Admin-Zugriff kommt aus dem Red Tenant. Alles andere ist per Definition ein Angriff, und euer SOC weiß das in derselben Sekunde. Niemand sortiert mehr Fehlalarme, und niemand muss um drei Uhr nachts raten, ob der Global Admin gerade wirklich ein Kollege ist.
Eine Mauer, keine Bodenschwelle
Fällt ein Laptop in der Office-Welt, bleibt der Angreifer dort. Die PAW auf dem Schreibtisch daneben liegt für ihn in einem anderen Tenant, und dorthin führt kein Weg. Der Sprung auf die Adminebene ist damit keine Frage der Zeit mehr, sondern eine Frage der Architektur.
Ein Nachweis, kein Screenshot
Jede Änderung liegt versioniert, geprüft und von euch freigegeben im Repository. Wenn NIS2, ISO 27001 oder der Wirtschaftsprüfer nach Belegen fragen, öffnet ihr das Repository, statt Screenshots zu sammeln. Compliance entsteht hier nebenbei, als Nebenprodukt sauberer Arbeit.
Admins, die gern damit arbeiten
Sicherheit, die im Alltag nervt, wird umgangen, und zwar von den klügsten Leuten im Haus. Deshalb bekommen eure Admins Werkzeuge, die schneller sind als jeder Umweg. Am Ende ist die sichere Variante die bequeme, und das ist der einzige Grund, warum sie hält.
Halbe Trennung ist keine Trennung.
Auf einen kompromittierten Admin-Arbeitsplatz gibt es fünf gängige Antworten, und jede löst ein Stück des Problems. Keine isoliert die Administration wirklich, denn alle fünf laufen innerhalb der Risikozone, die sie schützen sollen.
So sieht die Grenze aus
Der Managed Red Tenant ist ein eigener Microsoft-Entra-Tenant, greenfield aufgesetzt, ohne Abhängigkeit zu eurem produktiven Tenant und ohne Abhängigkeit zu unserem. Darin wohnen nur die privilegierten Identitäten, ihre Geräte und die Ressourcen, die den Zugriff vermitteln. Eure Rechte bleiben bei euch und werden über Cross-Tenant-Richtlinien, Entitlement Management und Privileged Identity Management vergeben, immer just-in-time und nie auf Vorrat.
Eine rote Identität meldet sich nur mit FIDO2 an und nur von einem Gerät, das der Red Tenant verwaltet, denn Conditional Access in eurem Tenant lässt nichts anderes durch. Den Weg zu On-Premises-Systemen übernimmt Global Secure Access ohne einen einzigen öffentlichen Endpunkt, und wenn etwas nicht stimmt, entzieht Continuous Access Evaluation den Zugriff innerhalb von Sekunden, nicht erst beim nächsten Login.
Tenant-Grenze
- 1Rote Identität, nur FIDO2
- 2Gerät aus dem Red Tenant
- 3Conditional Access prüft beides
- 4PIM aktiviert die Rolle just-in-time
- 5Zugriff auf euren Tenant, protokolliert
Cross-Tenant-Beziehung einmalig beim Onboarding. Darstellung glueckkanja.
Zwei Geräteklassen, damit die Trennung im Alltag hält
Das Tier bestimmt nicht die IP-Adresse, sondern die Tastatur, an der jemand sitzt. Deshalb bekommt jede Ebene das Gerät, das zu ihr passt, und keins, das mehr kann als nötig.
PAW: dedizierte Hardware für Tier 0
Für Global Admins und alle, die die Control Plane anfassen: ein eigenes Gerät, eine Person, eine Aufgabe. Was auf dieser Maschine nichts verloren hat, kommt gar nicht erst drauf, weil Application Control es nicht zulässt.
- Application Control, kein lokaler Admin
- TPM, Secure Boot, Defender-Monitoring
- FIDO2 only, Web nur zu Admin-Endpunkten
VAW: virtuelle Workstation für Tier 1
Für die breite Verwaltung von Azure, Microsoft 365 und On-Premises: eine virtuelle Workstation, vom Office-Gerät aus erreichbar, aber nie Teil davon. Sie skaliert auf Hunderte Admins, ohne dass jemand Hardware bestellt.
- Azure Virtual Desktop im Red Tenant
- Entra Private Access, kein öffentlicher Endpunkt
- Identitätswechsel, Compliant Device, FIDO2
Euer Weg in den Red Tenant
- Parametrisierungs-WorkshopParametrisierungs-WorkshopWir setzen uns mit euch zusammen und legen Rollen, Tiering, Personas und Prozesse fest. Dabei klärt sich, welche eurer Admins eine PAW brauchen und wem eine VAW reicht, und meistens sind es weniger PAWs, als alle erwartet haben.
- Aufbau als CodeAufbau als CodeEuer Red Tenant entsteht aus unserem Blueprint, vollständig als Code: Entra ID, Intune, Conditional Access, Geräteprofile und die Cross-Tenant-Beziehung zu eurem produktiven Tenant, alles versioniert, alles nachvollziehbar.
- Handover und BetriebHandover und BetriebEure ersten Tier-0-Admins ziehen um, der Rest folgt in Wellen. Ab dann betreiben wir die Umgebung rund um die Uhr zu einem festen Monatspreis, und ihr habt eine Sorge weniger.
Managed as Code, mit eurem Vetorecht
Der Red Tenant wird nie im Portal angefasst. Jede Änderung, ob neue Richtlinie, neues Gerät oder neues Microsoft-Feature, läuft durch dieselben fünf Stationen, jedes Mal, und wirksam wird sie erst, wenn ihr sie freigegeben habt.
- 1Änderung als CodeKonfiguration, Richtlinien und Geräteprofile liegen versioniert im Repository. Jede Änderung beginnt dort als Pull Request, nirgendwo sonst.
- 2Vier-Augen-ReviewEine zweite Person bei uns prüft den Change fachlich, bevor er irgendwo läuft.
- 3Test in StagingDer Change läuft zuerst in unserer Staging-Umgebung, bevor er euch überhaupt vorgelegt wird.
- 4Customer ApprovalEuer Approver gibt frei oder lehnt ab. Ohne diese Freigabe passiert nichts, auch nicht bei uns.
- 5DeploymentDie Pipeline rollt den Change in euren Red Tenant aus, protokolliert, nachvollziehbar, jederzeit wiederholbar.
Bei jeder Änderung von vorn, auch bei unseren eigenen.
Damit ist auch die Frage beantwortet, die jeder Einkäufer stellen sollte, nämlich was passiert, wenn der Dienstleister selbst kompromittiert wird. Die Antwort ist: nichts. Ohne eure Freigabe wird kein Change wirksam, und wir betreiben eure Umgebung aus unserem eigenen Red Tenant heraus, nach denselben Regeln, die für eure gelten.
Was ihr mitbringt, was wir übernehmen
Ein Red Tenant ist nichts, was ihr am Freitag bestellt und am Montag benutzt. Er ist ein Projekt mit klarem Ende und danach ein Betrieb, den ihr nicht selbst stemmen müsst. Damit niemand überrascht wird, hier die ehrliche Aufteilung.
Ihr bringt mit
- Einen produktiven Tenant, den ihr schützen wollt, gern mehrere, gern hybrid mit Active Directory
- Die PAW-Hardware für eure Tier-0-Rollen, und wir sagen euch vorher genau, welche Geräte in Frage kommen
- Zwei bis drei Menschen auf eurer Seite, die Freigaben erteilen und Konten beantragen
- Den Willen, Administration und Alltag wirklich zu trennen, auch wenn es die ersten Wochen ungewohnt ist
Wir übernehmen
- Den Aufbau des Red Tenant aus unserem Blueprint, vollständig als Code
- Härtung, Geräteprovisionierung und den gesamten Lebenszyklus der privilegierten Identitäten
- Den Betrieb rund um die Uhr, angebunden an unser CSOC
- Jede Neuerung, die Microsoft liefert, über dieselbe Pipeline und mit derselben Freigabe
Weil der gesamte Red Tenant als Code vorliegt, läuft das Deployment in kürzester Zeit, und eure ersten Tier-0-Admins arbeiten im Red Tenant, lange bevor der Rest folgt. Der Betrieb läuft zu einem festen Monatspreis, ohne Überraschungen auf der Rechnung.
Angriff auf die Kontrollebene
Rund 20 Seiten, drei reale Vorfälle Schritt für Schritt zerlegt, und eine klare Antwort darauf, wie eine isolierte, als Code betriebene Administrationsumgebung in der Praxis aussieht. Geschrieben für CISOs und IT-Leitung und für alle, die das Thema intern nach oben tragen müssen und dafür Argumente brauchen, die einem Vorstand standhalten.
- Storm-0501, Storm-2949 und Stryker: drei Angriffsketten, drei Lehren
- Warum MFA, EDR und SOC die Verwaltungsebene nicht schützen
- Vom Red Forest zum Red Tenant: sieben Merkmale der Zielarchitektur
- Zuordnung zu NIS2 Artikel 21, ISO 27001 Anhang A und DORA
Wer den Red Tenant betreibt
Wir betreiben Red Tenants für DAX-Konzerne und Betreiber kritischer Infrastrukturen, und wir verwalten diese Umgebungen aus unserem eigenen Red Tenant heraus. Der Standard, den wir für euch betreiben, gilt also zuerst für uns selbst.
Als BSI-qualifizierter APT-Response-Dienstleister stehen wir regelmäßig auf der anderen Seite, wenn es bei einem Unternehmen bereits brennt. Was wir dort sehen, fließt direkt zurück in die Architektur, und das ist der Grund, warum der Red Tenant so aussieht, wie er aussieht.
Managed Dark Tenant
Der Red Tenant sorgt dafür, dass ein kompromittierter Client nie zur kompromittierten Domäne wird. Der Managed Dark Tenant beantwortet die zweite Frage, nämlich wie ihr handlungsfähig bleibt, wenn es trotzdem passiert: eine vorbereitete Microsoft-Umgebung, die im Normalbetrieb ruht, die ein Anruf bei unserer 24/7-Hotline weckt und in der euer Krisenteam innerhalb weniger Stunden sichere Kommunikation, Arbeitsplätze und eine Recovery-Pipeline für Active Directory hat. Das eine ist die Mauer, das andere das Sprungtuch.
Zum Managed Dark TenantDrei Wege, anzufangen. Keiner verpflichtet euch.
Fragen, die wir im ersten Gespräch hören
Kurz und ehrlich beantwortet, und wenn eure Frage fehlt, stellt sie uns unten im Formular.
Was ist ein Red Tenant, und warum administriert man nicht im Produktions-Tenant?
Ein Red Tenant ist ein eigener Microsoft-Entra-Tenant, der ausschließlich für privilegierte Identitäten und deren Geräte existiert, und der Produktions-Tenant wird von dort aus administriert, nie aus sich selbst heraus.
Der Grund dafür ist einfach: Wer einen Tenant kompromittiert, kontrolliert automatisch auch die Konten, mit denen man ihn reparieren würde. Liegen diese Konten in einem anderen Tenant, ist der Weg vom kompromittierten Anwender zur vollständigen Kontrolle unterbrochen. Der Name lehnt sich an den Red Forest an, Microsofts früheres Modell einer separaten Admin-Gesamtstruktur für Active Directory.
Was ist das Microsoft Enterprise Access Model, und was gehört in Tier 0, Tier 1 und Tier 2?
Das Enterprise Access Model teilt eure Umgebung in Ebenen: Die Control Plane (Tier 0) enthält alles, was Identitäten und Rechte verwaltet, die Management Plane (Tier 1) umfasst Server, Anwendungen und Workloads, und die User Access Plane (Tier 2) besteht aus Endgeräten und Anwendern.
Die Regel dahinter lautet, dass eine höhere Ebene nie von einer niedrigeren aus kontrollierbar sein darf. In Entra ID gehören zu Tier 0 deshalb Rollen wie Global Administrator, Privileged Role Administrator, Conditional Access Administrator und Intune Administrator, dazu Entra Connect und alles, was diese Systeme patcht, sichert oder überwacht.
Wie setzt man ein Tiering-Konzept praktisch um, und womit fängt man an?
Am besten mit einer ehrlichen Inventur der Control Plane, also der Frage, welche Konten, Gruppen, Dienstkonten und Anwendungen heute Identitäten oder Rechte verändern können. In den meisten Umgebungen sind das deutlich mehr, als man vorher gedacht hätte.
Danach trennt ihr die Konten pro Ebene, ersetzt permanente Zuweisungen durch PIM und beschränkt die Anmeldung auf dedizierte Geräte. Unser kostenloser Tiering-Check zeigt euch grafisch, wo Tier-Grenzen heute überschritten werden, und ist damit der schnellste Einstieg, den wir kennen.
Warum reichen PIM und Conditional Access allein nicht für privilegierte Zugriffe?
Beide prüfen die Identität und die Umstände der Anmeldung, aber keiner von beiden prüft das Gerät, an dem die Tastatur hängt.
Eine erfolgreiche, starke Authentifizierung endet in einem Token auf dem Endgerät, und ist dieses Gerät kompromittiert, wird das Token gestohlen oder die Session übernommen, obwohl PIM und Conditional Access ihre Arbeit bis dahin korrekt erledigt haben. Der Red Tenant nutzt beide und setzt zusätzlich voraus, dass das Gerät selbst aus der isolierten Umgebung stammt.
Was ist eine Privileged Access Workstation, und wann braucht sie dedizierte Hardware?
Eine Privileged Access Workstation (PAW) ist ein gehärteter Arbeitsplatz, der ausschließlich für administrative Tätigkeiten genutzt wird, also ohne Mail und allgemeines Browsing, mit Application Control, ohne lokalen Admin und mit einem Vertrauensanker über TPM und Secure Boot.
Dedizierte Hardware braucht sie für alle Rollen mit Zugriff auf die Control Plane, denn dort gilt das Prinzip der sauberen Tastatur: Eine Anmeldeinformation darf nie ein Gerät berühren, dessen Vertrauensniveau niedriger ist als das des Ziels. Für Tier 1 reicht die virtuelle Variante.
PAW oder virtuelle Admin-Workstation: Wann reicht die virtuelle Variante?
Für alles unterhalb der Control Plane. Die virtuelle Access Workstation (VAW) läuft als Azure Virtual Desktop im Red Tenant, und ihr erreicht sie von einem compliant Office-Gerät aus über Entra Private Access, mit Identitätswechsel und FIDO2.
Sie skaliert ohne Hardware und deckt Azure, Microsoft 365 und On-Premises ab, allerdings bleibt ein Restrisiko, weil der Zugriff über ein Tier-2-Gerät läuft. Genau deshalb bleibt die Control Plane der Hardware-PAW vorbehalten.
Braucht jeder Admin eine separate Workstation?
Nein, aber jeder Admin braucht eine separate Identität und einen separaten Zugriffsweg, und ob das eine physische PAW oder eine virtuelle VAW ist, entscheidet die Ebene, auf der die Person arbeitet.
In der Praxis haben nur wenige Personen Tier-0-Rechte und bekommen eine Hardware-PAW, während die breite Mehrheit über VAWs arbeitet. Genau deshalb skaliert das Modell von 5 bis 5.000 Admins.
Was unterscheidet einen Red Tenant von einer PAW im eigenen Tenant?
Der Unterschied liegt im Vertrauensanker. Eine PAW, deren Konto, Richtlinien und Geräteverwaltung im selben Tenant liegen wie die produktiven Systeme, teilt deren Schicksal, denn wer den Tenant kontrolliert, kontrolliert auch die Intune-Richtlinie, die die PAW härtet.
Der Red Tenant verlagert Konto, Gerät und Verwaltung in einen eigenen Tenant, der vom produktiven Tenant aus nicht erreichbar ist. Die PAW bleibt derselbe Baustein, sie steht nur auf einem anderen Fundament.
Was unterscheidet den Red Tenant von Privileged Access Management?
PAM-Lösungen verwahren Zugangsdaten und vermitteln Sitzungen, sie sichern also das Credential, aber nicht das Gerät, von dem aus es genutzt wird. Ist der Endpunkt kompromittiert, läuft der Angreifer in der vermittelten Sitzung einfach mit, und Microsoft selbst schreibt, dass PAM-Lösungen allein das Geräterisiko nicht zuverlässig abdecken.
Der Red Tenant ersetzt PAM nicht, sondern ergänzt es: PIM und bestehende Tresore bleiben nutzbar, nur kommt der Zugriff jetzt von einem Gerät außerhalb der Risikozone.
Was passiert, wenn glueckkanja selbst kompromittiert wird?
Nichts, was ohne eure Freigabe wirksam würde. Jede Änderung am Red Tenant läuft als Code durch eine Pipeline und braucht die Freigabe eines Customer Approvers auf eurer Seite, und Notfallzugänge sind so aufgeteilt, dass keine Seite allein handeln kann.
Dazu kommt, dass wir eure Umgebung aus unserem eigenen Red Tenant heraus verwalten, mit denselben Regeln, die auch für eure gelten. Das Vetorecht bleibt immer beim Kunden.
Was fordert NIS2 für Admin-Konten und privilegierte Zugriffe?
Artikel 21 Absatz 2 nennt unter anderem Konzepte für die Zugriffskontrolle, Multi-Faktor-Authentifizierung und Sicherheit bei Erwerb, Entwicklung und Wartung von Systemen, und Artikel 20 macht die Geschäftsleitung dafür verantwortlich, die Umsetzung zu überwachen und zu belegen.
In Deutschland gilt das seit Dezember 2025 über das BSI-Gesetz, in Österreich ab dem 1. Oktober 2026 über das NISG 2026. Der BSI-IT-Grundschutz kennt die Trennung administrativer Tätigkeiten als Basisanforderung und die Auslagerung der Administration in eine eigene Struktur als erhöhte Anforderung. Der Red Tenant ist die Cloud-Umsetzung genau davon, und das versionierte Repository ist euer Nachweis.
Ist ein Tiering-Konzept für den Mittelstand zu komplex oder zu teuer?
Zu komplex für den Eigenbetrieb ist es oft tatsächlich, denn der teure Teil ist nicht die Technik, sondern die dauerhafte Härtung, Pflege, Überwachung und Nachweisführung, die niemand nebenbei erledigt.
Genau das ist der Grund für den Managed Service: Der Aufwand liegt bei uns, wo Automatisierung und Wiederholung ihn beherrschbar machen, und ein Red Tenant für 20 Admins ist derselbe Code wie einer für 2.000.
Microsoft hat das Red-Forest-Modell zurückgezogen. Warum dann ein separater Admin-Tenant?
Microsoft hat ESAE zurückgezogen, weil das Modell nur On-Premises-Administratoren abdeckte und im Betrieb zu komplex war, nicht weil die Trennung unwirksam gewesen wäre.
Dieselbe Dokumentation hält fest, dass Microsoft intern weiterhin eine vergleichbare Architektur betreibt, empfiehlt PAWs für alle administrativen Tätigkeiten und nennt für besonders schutzbedürftige Ressourcen ausdrücklich die Isolation über mehrere Tenants. Der Red Tenant ist die Cloud-Fassung dieses Prinzips, und der Betriebsaufwand, an dem ESAE gescheitert ist, liegt beim Managed Service.
Wir haben Tiering, PIM und Conditional Access. Was ändert ein Red Tenant daran?
Tiering regelt, wer was darf, PIM regelt, wann, und Conditional Access regelt, unter welchen Bedingungen. Alle drei liegen aber in derselben Umgebung, die sie schützen sollen, und werden von Rollen verwaltet, die ein Angreifer mit Global-Admin-Rechten ebenfalls besitzt.
Der Red Tenant holt die Administration aus dieser Umgebung heraus, eure bestehenden Kontrollen bleiben erhalten und bekommen einen Vertrauensanker, der von innen nicht mehr erreichbar ist.








