BAUMANN goes Azure
Wie ein Schweizer Familienunternehmen mit neun Werken in acht Ländern seine Group IT auf einer als Code beschriebenen Azure Foundation zusammenführt.

- Migrationsstart unter dem Druck steigender Kosten für Virtualisierungslizenzen
- Infrastructure & Database Migration Assessment für rund 200 Server in neun Werken, acht Ländern
- Azure Foundation als Code-basierte Cloud Landing Zone, kurzfristig erweiterbar
- Plattform reagiert flexibel auf neue Prioritäten und Anforderungen
Aus einer geplanten Konsolidierung wurde angesichts veränderter Lizenzbedingungen ein Migrationsprojekt mit verändertem Zeitplan. Wie BAUMANN die Group IT aus acht Ländern auf einer als Code beschriebenen Azure Foundation zusammenführt, ohne dabei das Tempo zu verlieren.
Argumente, die lange auf der Hand lagen
BAUMANN ist seit 140 Jahren ein Familienunternehmen mit Schweizer Wurzeln, das sich vom Hersteller von Holzartikeln zu einem international tätigen Spezialisten für Federn, Stanz- und Biegeteile entwickelt hat. Heute fertigt die Gruppe an neun Produktionsstandorten in acht Ländern, vorrangig für Anwendungen in der Automotive & Industrial Branche. Mit der internationalen Expansion entwickelte sich auch die IT-Landschaft kontinuierlich weiter, wobei die einzelnen Standorte ihre Infrastruktur entsprechend den lokalen Anforderungen aufbauten. In jedem Werk existiert ein eigener Serverraum, in jedem laufen weitgehend dieselben Dienste, und in jedem werden die Daten lokal vorgehalten. Mit zunehmender Internationalisierung entstand die Möglichkeit, die bereits zentral organisierte Group IT auch auf infrastruktureller und datenseitiger Ebene stärker zu vereinheitlichen.
Elmar Iten, Head of Group IT bei BAUMANN, hat diese Spannung lange vor dem konkreten Migrationsprojekt benannt. Die strategischen Argumente für die Zentralisierung lagen auf der Hand: gruppenweite und zentrale Datenverfügbarkeit, höhere Sicherheit, geringere Abhängigkeit von der physischen Sicherheit einzelner Standorte. Hinzu kam die Frage des Personals. Ein schlankes, seit Jahren eingespieltes Group IT Team, welches die eigenen Applikationen im Detail kennt, bringt Substanz mit; die Cloud-Tiefe als zusätzliche Disziplin wächst dabei parallel zum Migrationsprojekt, getragen von Trainings und einem Change Management, das auch nach dem ersten Go-Live weiterläuft.
Vom Konsolidierungsplan zur beschleunigten Migration
Während bei BAUMANN eine systematische Bestandsaufnahme der bestehenden Landschaft lief, kündigte Broadcom als neuer Eigentümer von VMware substantielle Preiserhöhungen für die Virtualisierungslizenzen an. Das Infrastructure & Database Migration Assessment, das ursprünglich der Grundlage einer ruhigen Konsolidierung dienen sollte, lieferte zu diesem Zeitpunkt das relevante Material: rund 200 Server, überwiegend auf VMware betrieben, in einer Mischung aus Windows- und Linux-Workloads, verteilt auf die weltweiten Werke, mit den redundanten Services, die eine über Jahre gewachsene Pro-Werk-Architektur typischerweise erzeugt. Aus einer geplanten Konsolidierung wurde damit ein Migrationsprojekt unter Zeitdruck, dessen Priorität sich verschob, dessen Ziel aber unverändert blieb.
Die Foundation als Reaktionsspielraum
Die technische Basis für diese Reaktion war zu dem Zeitpunkt bereits gelegt. Die Azure Foundation, auf der die zentrale Plattform aufbaut, ist nicht als einmaliges Setup gedacht, sondern als Infrastructure as Code beschrieben und damit ein standardisiertes und reproduzierbares Muster. Eine Landing Zone, die in Templates und Pipelines gepflegt wird, lässt sich ergänzen, ohne dass jede Ergänzung als eigenes Architekturprojekt geplant werden muss und verhindert mögliche Fehlkonfigurationen durch den Administrator per "Click-Ops". Als BAUMANN auf die veränderte Lizenzsituation mit VMware reagieren musste und kurzfristig zusätzliche Landing Zones in den globalen Azure Regionen brauchte, war das Konzept innerhalb weniger Stunden definiert, die Implementierung folgte in maximal zwei bis drei Tagen. Diese Flexibilität, das hat Iten an mehreren Stellen zurückgespiegelt, war für ihn der eigentliche Beleg dafür, dass die Architekturentscheidung im Vorfeld richtig gewesen war.
Was die Plattform heute trägt
Die unmittelbaren Effekte der Migration sieht Iten in zwei Bereichen, die einander verstärken: in der Agilität, mit der die Group IT künftig auf veränderte Anforderungen reagieren kann, und in der Risikominimierung durch den Wegfall lokaler physischer Abhängigkeiten. Die zentrale Plattform entkoppelt die IT von der Sicherheit einzelner Serverräume, von begrenzten lokalen Kapazitäten und von der Frage, wann welcher Standort sein Backup-Konzept das nächste Mal überarbeitet. An die Stelle einer Pro-Werk-Logik tritt eine zentrale Architektur, die zugleich dokumentierbar und regional differenzierbar bleibt.
Was die Plattform darüber hinaus ermöglicht, zeigt sich an Themen, die in der alten Architektur nicht hätten entstehen können. Ein Team innerhalb der Group IT experimentiert unter anderem mit IoT Hub und arbeitet damit an einem Anwendungsfeld, dessen Grundlagen vor dem Migrationsprojekt nicht vorhanden waren. App-Zonen und neue Subscriptions lassen sich heute mit überschaubarem Aufwand bereitstellen; die technische Voraussetzung steht der inhaltlichen Lösung nicht mehr im Weg.
Die Aufgaben, die bleiben
Das Projekt ist mit dem aktuellen Stand nicht abgeschlossen. In einer ersten Phase steht die vollständige Migration der verbleibenden Workloads an, in einer zweiten Phase wird das Thema Storage strukturiert adressiert, das bisher bewusst zurückgestellt war. Parallel rückt FinOps in den Fokus, ein Bereich, der im Projekt zunächst nicht im Vordergrund stehen musste, weil die Lizenzsituation die wirtschaftliche Diskussion ohnehin vorweggenommen hatte. Mit dem Übergang in den Betrieb wird die Kostendiskussion neu aufgenommen und ist nach Itens Einschätzung eine gemeinsame Aufgabe, die das Projekt über die erste Migrationsphase hinaus tragen wird. Auch hier unterstützt glueckkanja mit Expertise und Know-how, um BAUMANN bei diesen neuen Themen zu begleiten. Monatlich werden mit dem Kunden in fest geplanten und definierten Workshops die Themen Security, Compliance und Cost Management diskutiert und bei Bedarf Work-Items definiert und abgearbeitet.
Wer als IT-Verantwortlicher vor einem ähnlichen Schritt steht, dem gibt Iten einen Rat mit auf den Weg, der weniger nach Empfehlung als nach Erfahrung klingt: Governance gehört in ein Cloud-Projekt von Beginn an, nicht als nachgelagerte Korrektur. Eine Cloud-Umgebung lasse sich selbst zusammenstellen, sicher werde sie damit nicht. Was es braucht, ist methodische Klarheit, Erfahrung und ein Team, das die Architektur nicht nur entwirft, sondern auch belastbar in den Betrieb bringt.
Was eine Migration dieser Größenordnung trägt, ist am Ende nicht das Produkt allein, sondern das Zusammenspiel aus einer als Code beschriebenen Foundation, dem Spezialwissen in Architektur und Governance und einer Reaktionsgeschwindigkeit, die in der entscheidenden Phase unverzichtbar war. "Am Ende stecken Menschen dahinter, und mit allen, mit denen wir zusammenarbeiten, bekommen wir extrem gute Ergebnisse", sagt Iten zusammenfassend. Die Teams von BAUMANN und glueckkanja haben gemeinsam und auf Augenhöhe tragfähige, zukunftssichere und pragmatische Lösungen gefunden und umgesetzt.
Über BAUMANN
BAUMANN ist ein weltweit tätiger Hersteller von Präzisionsfedern, Stanz- und Biegeteilen. Mit 140 Jahren Erfahrung und umfassender eigener Expertise in Forschung und Entwicklung sowie Automatisierung unterstützt BAUMANN seine Kunden bei der Entwicklung effizienter, funktionaler und skalierbarer Lösungen.
BAUMANN arbeitet mit führenden Unternehmen aus den Bereichen Automobilindustrie, Industrie und Medizintechnik zusammen. Mit 1.500 Mitarbeitenden in 8 Ländern produziert BAUMANN jährlich über 4,8 Milliarden Teile – alle nach einem weltweit einheitlichen Qualitätsstandard.
Neben der Lieferung von Präzisionskomponenten begleitet BAUMANN seine Kunden als Engineering-Partner von der Entwicklung bis zur Serienproduktion. Durch frühzeitige Zusammenarbeit und kostenbewusstes Denken stellt BAUMANN sicher, dass seine Teile die genauen technischen Anforderungen erfüllen.
Wie BAUMANN arbeitet, ist genauso wichtig wie das, was BAUMANN liefert: partnerschaftlich, transparent und mit klarer technischer Verantwortung. Dieser Ansatz reduziert Schnittstellen, vereinfacht Projekte und ermöglicht Lösungen, die sich nahtlos in die Systeme der Kunden integrieren lassen.
BAUMANN übernimmt auch Verantwortung über die reine Leistungsfähigkeit hinaus – für Mensch und Umwelt. BAUMANN wurde von EcoVadis für seine starke Nachhaltigkeitsleistung ausgezeichnet und verfügt über Zertifizierungen in den Bereichen Sicherheit, Umwelt und Qualität.



